Ziel der Alliierten nach dem 2. Weltkrieg war es, im westlichen Teil des geteilten Deutschlands eine Demokratie aufzubauen. Behutsam führten die Besatzungsmächte die Bevölkerung an die Selbstverwaltung mit demokratischem Aufbau heran.

So setzten sie 1946 selbst Personen ein, die Gewähr dafür boten, keinen Rückfall in den Nationalsozialismus anzustreben. Neben SPD-Angehörigen waren es vor allem parteilose Mitbürger. Persönlichkeiten wie Martin Luding, der sich dann in die Aufgaben des Gemeindeschreibers einarbeitete, Nicol Bleyer, Christian Rank oder Eduard Benkert gehörten zu ihnen. Die Aufgaben eines Bürgermeisters wurden Max Blumenstein übertragen. Schriftliche Unterlagen hierüber sind leider nicht existent.

Am 25. April 1948 war es dann so weit - der erste Gemeinderat von Trogen wurde nach den Maßstäben der freiheitlich demokratischen Grundordnung gewählt. In den Monaten März und April ´48 hatte sich neben der SPD eine Wählergemeinschaft zusammengefunden, die sich "PARTEILOSE WÄHLERGRUPPE" nannte und Vorgänger der FWG ist. Auch für diese Wahl liegen keine Stimmzettel mehr vor. Unsere Pioniere Christian Rank und Erhard Rödel wurden in das Gemium gewählt.

Nach dem Tod von Max Blumenstein im Herbst 1948 übernahm vorübergehend Max Schiller die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters. Das im April 1948 gewählte Gremium, 10 Gemeinderäte plus Bürgermeister, wurde erst 1949 eingesetzt. 1. Bürgermeister war nun ein FREIER WÄHLER, nähmlich Christian Rank, der bis 1960 amtierte. 1956 wurde Walter Hertel in den Gemeinderat gewählt, dem er bis 1996 angehörte. Von 1966 bis 1972 und von 1978 bis 1984 war er zugleich 2. Bürgermeister. Er hat in seiner 40jährigen Amtszeit viel für die Allgemeinheit geleistet und wurde dafür am 30.04.1996 in Bayreuth von Reg. Präsident Haniel mit der Medaille für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung ausgezeichnet. Ab 1966 nannten sich die "PARTEILOSE WÄHLERGRUPPE" FREIE WÄHLERGEMEINSCHAFT. Es sollte die Unabhängigkeit und Ungebundenheit (auch überörtlich) noch mehr unterstrichen werden, nachdem "Parteilose" auch auf Parteilisten kandidierten.

1966, 1972 und 1978 wurden auch die Ersatzleute für den Gemeinderat mit gewählt, d.h. es konnten 20 bzw. ab 1972, als die Anzahl der Gemeinderäte aufgrund der gestiegenen Einwohnerzahl auf 12 angehoben wurde, 24 Stimmen vergeben werden.

1973, 1 Jahr nach der Kommunalwahlen, gründete sich der CSU-Ortsverband und einige ehemalige Mitstreiter, die auf der FWG-Liste kandidiert hatten bzw. über diese in den Gemeinderat gelangten, spalteten sich von der FWG ab und traten dieser Partei bei. Sie stellte ab 1978 eine eigene Liste.

Neben Christian Rank, Erhard Rödel, Max Kemnitzer, Eduard Benkert, Martin Luding, Erhard Rödel, Paul Flügel, Walter Hertel und Emil Steinhäußer waren auch die FWG´ler Georg Kätzel (1960-1978), Arno Benkert (1966-1990), Franz Fritscher (1966-1978), Ewald Püttner (seit 1966) und Eberhardt Jagotzky (1984-1996) ins Gremium gewählt worden.
Im ersten Jahr nach der Vereinsgründung wurden für die Jahre 1996-2002 Ewald Püttner, Susanne Luding, Helmut Lottes, Claus Hüttner und Horst Schmidt in den Gemeinderat gewählt. Für den Zeitraum 2002-2008 waren die Vereinsmitglieder Helmut Lottes (bis 2004), Claus Hüttner, Horst Schmidt, Hartwig Schnabel, Albrecht Benkert und Günter Schaller (ab 2004) im Gremium. In der Legislatur 2008-2014 waren es Horst Schmidt, Hartwig Schnabel, Albrecht Benkert (bis 2011), Wolfgang Hüttner (ab 2011) und Claus Hüttner. Seit 2014 sind die FWG`ler mit Reinhard Benkert, Horst Schmidt und Hartwig Schnabel im Gemeinderat vertreten.

Seit 1949 stellte die Freie Wählergemeinschaft den ersten Bürgermeister Christian Rank bzw. die zweiten Bürgermeister Walter Hertel (1966-1972 u. 1978-1984), Franz Fritscher (1972-1978), Ewald Püttner (1984-1996) und Horst Schmidt (1996 bis heute). Sie waren es auch, die bei den Mitglieder- und Nominierungsversammlungen den Vorsitz führten.
Diese Aufzählung soll aber nicht die Treue und das Engagement all jener Mitglieder schmälern, die unseren Verband über die Jahre hinweg unterstützten, ohne dabei im politischen Alltagsgeschehen im Rampenlicht zu stehen.

Am 24.02.1995 wurde der "FWG - Freie Wählergemeinschaft Trogen" Ortsverband gegründet und eine Satzung beschlossen. Ein Jahr später erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister. Derzeit hat der Verband 72 Mitglieder. Horst Schmidt war von 1995 bis 2015 erster Vorsitzender, seit 2015 führt Reinhard Benkert den Vorsitz.